Achim Lorenz: Die 112 für Server und Systeme

Bildquelle: Achim Lorenz

Bildquelle: Achim Lorenz

Hardthöhe Bonn. Hier ist neben anderen Betriebseinheiten der BWI das Monitor- und Control-Center (MCC) ansässig. Die Mitarbeiter im MCC überwachen von dort aus zentral und bundesweit sämtliche System-, Netzwerk- und Infrastrukturkomponenten in den drei Rechenzentren der Bundeswehr. Bis 1. April 2015 war es das Reich von Achim Lorenz. Der IT-Spezialist hat das MCC mit aufgebaut.

15 Mann sitzen an ihren Schreibtischen vor zig Computerbildschirmen. Es geht hektisch zu. Sechs riesige Monitore hängen an der Wand, jeder mit 57 Zoll Durchmesser. Sie listen bunte Meldungen auf: rot, grün, gelb, orange. Achim Lorenz saß bis April dieses Jahres auch in diesem Raum und bearbeitete beispielsweise eine gelbe davon in seiner eigenen Ansicht. Jetzt sitzt er auf der „anderen Seite“ im Rechenzentrum Köln und erinnert sich gern zurück: Gelb steht für Minor Incident. Nichts Gravierendes, aber der Vorfall muss trotzdem schnell bearbeitet werden. „Kritisch wird es erst bei Rot – Critical Incident, dann geht unter Umständen nichts mehr in einer Liegenschaft oder standortübergreifend in einem Verfahren. Kommt aber äußert selten vor“, sagt Lorenz. Der 51-Jährige hat vor sieben Jahren das MCC mit aufgebaut und ist nach seinem Wechsel nach Köln als Spezialist in der Abteilung Infrastruktur Lokale Services (ILS) tätig. Von hier aus werden die Server in den drei BWI-Rechenzentren überwacht: Strausberg, Wilhelmshaven und Köln/Bonn. Hinzu kommen dezentrale Rechner in einigen Liegenschaften der Bundeswehr. Zum Aufgabenbereich des Teams gehört es auch, den aktuellen Stand von Backups die Patchstände der Betriebssysteme und Datenbank-Applikationen zu kontrollieren. Darüber hinaus überprüfen die Spezialisten die Aktualität des Virenschutzes.

Im Ernstfall schnell entscheiden

Das MCC steuert den kompletten nichtmilitärischen Rechenzentrumsverbund der Bundeswehr. „Die Kollegen schauen dort aber nicht ständig auf jeden Rechners. Das übernehmen spezielle Software-Tools“, erklärt Lorenz. Damit überwachen die Fachleute deutschlandweit rund 2.000 Server. Auf jedem ist ein sogenannter Agent, eine spezielle Anwendung, installiert. Er kontrolliert beispielsweise, ob die Festplatten in Ordnung sind oder noch genügend Speicher auf dem Server frei ist. „Die Mitarbeiter des MMC werden bei Unregelmäßigkeiten aktiv“, erklärt Lorenz. „Ist ein Rechner nicht mehr erreichbar, reagiert das Tool sofort.“ Das sind dann die roten, gelben und orangefarbenen Meldungen auf den Übersichtsmonitoren im Raum. Von hier aus kann das Team auf jeden einzelnen der zentralen BWI-Server in Deutschland zugreifen. Als First- und Second -Level-Support recherchieren, analysieren und beheben die Männer und Frauen an den Bildschirmen innerhalb fester Service Level Agreements (SLA) die Störungen oder leiten sie an die entsprechende Fachabteilung in der BWI weiter. „Das ist der Helpdesk für Server und Systeme, wenn Sie so wollen. Mit dem Unterschied, dass bei dort keiner anruft“, ergänzt er lachend.

Nach sieben Jahren mal wieder was Neues

Lorenz hat seine Leidenschaft für Elektronik zum Beruf gemacht. „Früher bei uns auf dem Dorf habe ich schon als junger Mann kleine Lichtanlagen gebaut und einen Verleih betrieben“, erzählt er. Noch während des Studiums der Nachrichtentechnik ist er bei einer Computerfirma eingestiegen, war als IT-Experte einige Jahre selbstständig und hat schließlich bei IBM gearbeitet. 2008 kam dann die BWI Systeme. „Ich mag Abwechslung in meinem Job. Daher auch der Wechsel nach Köln, wo ich mich nun als Infrastruktur Spezialist vielen Aufgaben rund um den Betrieb des Rechenzentrums widme. Nach sieben Jahren musste mal wieder eine neue Herausforderung her.“

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