Hans Czwikla: Der Vermittler

Hans Czwickla auf seiner BMW.

Bildquelle: Hans Czwickla

Ob Kameraden, Eltern, Botschafter, Schüler oder Jobsuchende: Der Auskunft- und Vermittlungsdienst (A&V) der Bundeswehr findet für alle den gewünschten Gesprächspartner. Wir haben mit Hans Czwikla gesprochen. Er vermittelt seit rund 30 Jahren.

Am Standort Ulm vermittelt Hans Czwikla zusammen mit seinen 16 Kollegen des Auskunft- und Vermittlungsdienstes (A&V) sämtliche ein- und ausgehenden Anrufe der Bundeswehr. Möchte jemand den Ehemann oder die Tochter in einer Kaserne erreichen, hat aber die Nummer nicht zur Hand, hilft ihm der A&V weiter. Per ACD-Technik (Automatic Call Distribution) werden die Telefonate auf die zehn Standorte in Deutschland verteilt. So hat der Anrufer immer den nächsten freien Mitarbeiter in der Leitung und muss nie lange warten.

Anrufe am laufenden Band

Seit im Rahmen von HERKULES die Vermittlungsdienste der Bundeswehr zusammengelegt wurden, steuern knapp 250 Mitarbeiter den A&V: „Das sind unglaubliche Dimensionen“, sagt Czwikla. Wo vorher jede einzelne Kaserne Selbstversorger war, stellen heute zentrale Prozesse den reibungslosen Telefonverkehr sicher. „Wir vermitteln bundesweit in die Liegenschaften und zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr“, erklärt der 52-Jährige. Egal ob in Kassel oder in Kundus, die Telefonagenten der BWI haben die Nummern der Kameraden und Dienststellen schnell zur Hand. Sie greifen dabei auf eine maßgeschneiderte Anwendung zurück − den Power Operator. 120 bis 150 Gespräche gehen so bei jedem Mitarbeiter pro Tag ein.

Beste Verbindungen nach überall

„Jeder Anrufer ist anders“, erzählt der Schwabe. „Das Spektrum reicht von Anfragen zum Ersatzwehrdienst über die Mutter, die ihren Sohn in Kabul sprechen möchte, bis hin zum Botschaftssekretariat aus dem Ausland.“ Der A&V vermittelt auch Telefonate auf die Hardthöhe und ins Ministerium nach Berlin.
Die Mitarbeiter sind an 365 Tagen im Jahr erreichbar, rund um die Uhr. Ulm teilt sich die Nachtschicht mit den Kollegen im Service Center Köln. Wenn die Nacht hereinbricht, werden aus den Telefonagenten oftmals Seelsorger: „Da hat man häufig einsame Anrufer in der Leitung, die jemanden zum Reden brauchen“, erzählt Czwikla. „In diesem Fall helfen Einfühlungsvermögen und Geduld weiter.“

Auf Entspannungstour in die Berge

Seit fast 30 Jahren macht Czwikla den Job als ziviler Angestellter. Erst in der Herzog-Albrecht-Kaserne im schwäbischen Münsingen. Heute als gestellter Mitarbeiter für die BWI in der Wilhelmsburg-Kaserne in Ulm. Der Schichtdienst in der Kaserne schluckt viel Zeit. „Aber das weiß man vorher“, meint Czwikla. „Ich entspanne am liebsten beim Motorradfahren.“ Bei diesem Thema kommt er ins Schwärmen. „Wenn es möglich ist, bin ich jede freie Minute mit meiner BMW unterwegs.“ Schwarzwald, Schwäbische Alb, Allgäu, Österreich, Italien: „Die Schluchten und die Bergwelt in den Dolomiten sind einzigartig. Das müssen Sie unbedingt mal erlebt haben.“ Hans Czwikla könnte stundenlang von seinen Motorradtouren erzählen. Doch der nächste Anrufer ist bereits in der Leitung.

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