Harmonie und Manifeste beim 10. Nationalen IT-Gipfel

Bildquelle: BMWi/Maurice Weiss

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Wie werden Schulen endlich digital? Welchen Nutzen ziehen Wirtschaft und Industrie daraus? Und wie kann Deutschland die „Datensouveränität“ erreichen? Darüber diskutierten Branchenveteranen und Experten auf dem 10. Nationalen IT-Gipfel, der am 16. und 17. November in Saarbrücken stattfand. Was sagen die Medien?

Digitalisierung als Pflicht, nicht als Kür

Leitthema der Konferenz war der digitale Wandel von Bildungs- und Arbeitswelt in Deutschland. Sprecher wie Angela Merkel oder Bitkom-Präsident Thorsten Dirks schlugen dabei durchaus auch nachdenkliche Töne an, meinen die Redakteure der Süddeutschen Zeitung. „Deutschland hat eine gute Ausgangsposition, aber wir sind weit davon entfernt, in allen Bereichen Weltspitze zu sein“, zitiert Reuters die Bundeskanzlerin. Auch Thorsten Dirks mahnt in den ZDF-Nachrichten zum weiteren digitalen Engagement: „Wir dürfen bei der Digitalisierung nicht zurückfallen. Digitalisierung ist für uns Pflicht und nicht nur die Kür.“ Äußerst wohlwollend nimmt Heise die Digital Hub Initiative auf, die in bestimmten Städten digitale Prozesse spezifischer Branchen ankurbeln soll. „Viele kleine Silicon Valleys“, erhoffe sich Sigmar Gabriel als Resultat des „de:hub“-Programms.

Schwächen beheben – Big Data voll ausnutzen

„Digitale Harmonie“ betitelt das Handelsblatt den IT-Gipfel und unterstreicht damit den positiven Grundtenor, der im Event vorherrschte. Man erkenne Deutschlands Schwächen und gehe dagegen vor. Dennoch herrschte nicht nur eitel Sonnenschein: Der WDR spricht von einem „umstrittenem Manifest beim IT-Gipfel“, bezieht sich dabei auf die verhaltene Reaktion der anwesenden Politiker auf die Forderungen im „Saarbrücker Manifest“. Darin kritisieren die Informatik-Professoren August-Wilhelm Scheer und Wolfgang Wahlster den digitalen Rückstand Deutschlands und fordern die Politik zur aktiven Gestaltung der Digitalisierung auf. Ähnlich pessimistisch titelt IT-ZOOM: Das Webportal bezeichnet den IT-Gipfel als „‘Tust du mir nix, tu ich dir nix“-Veranstaltung, bemängelt damit die Scheu vor Kritik am Erlahmen des digitalen Wandels.

Der Deutschlandfunk bescheinigt wiederum Einigkeit zwischen Merkel und Vizekanzler Gabriel: Beide warnten davor, Unternehmen den Umgang mit Daten zu sehr zu beschränken. „Das Prinzip der Datensparsamkeit kann heute nicht die Richtschnur sein für die neuen Produkte“, sagte die Kanzlerin. Bundesinnenminister Thomas de Maizière führte den Gedanken weiter aus. Er plädierte für eine „gute Datenpolitik“, die Deutschland als Datenstandort etabliere: Man müsse hierzulande der Wirtschaft die Nutzung von Daten ermöglichen, statt durch eine neue Art von Datenschutz komplett zu verhindern. Zugleich müssten aber die Rechte von Bürgern und Unternehmern geschützt werden.

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