IT-Trends 2016: DevOps

(Bildquelle: Fotolia)

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Immer schneller, immer innovativer: Die Digitalisierung erhöht den Druck auf Unternehmen ebenso wie auf Organisationen der öffentlichen Hand. Überall ist Agilität gefragt – was sich auch auf die über Jahre gewachsenen Strukturen bei der Softwareentwicklung auswirkt. Der DevOps-Ansatz soll Qualität und Geschwindigkeit in den Betriebsabteilungen (Delivery) gleichermaßen erhöhen. Ist das realistisch?

Früher entwickelten Unternehmen und Organisationen ihre Software zunächst bis zum finalen Release. Danach ging sie in Betrieb – oft Monate, manchmal Jahre, nachdem die erste Programmzeile geschrieben war. Beim DevOps-Ansatz hingegen laufen Anwendungsentwicklung (Development, kurz: Dev) und IT-Betrieb (Operations, kurz: Ops) parallel und abteilungsübergreifend.

Das heißt: Die Entwicklung nutzt einfachere Tools und Methoden, die sich stärker am Live-Betrieb orientieren als zuvor und der Betrieb übernimmt agile Vorgehensweisen. Alle Prozesse laufen standardisiert ab und werden aufeinander abgestimmt: Tests beispielsweise sind bereits in die Entwicklungsphase integriert. Die synchrone Arbeit von Dev und Ops beschleunigt den Softwareentwicklungsprozess insgesamt.

Aus zweien wird eins

Experten gehen davon aus, dass sich DevOps in Zukunft weiter durchsetzen wird. Vorausgesetzt, Unternehmen und Organisationen sind in der Lage, alte Denkmuster in der Softwareentwicklung über Bord zu werfen. Denn während der klassische Ansatz nacheinander viele kleine Schritte durchläuft, bei der sich einzelne Entwickler um die jeweiligen Prozesse kümmern, ist bei DevOps alles verzahnt. Wichtigste Bausteine sind, neben der Automatisierung von wiederkehrenden Prozessen, vor allem Transparenz, ein stetiger Informationsfluss zwischen den Kollegen und die Bereitschaft, mit und von anderen zu lernen.

Schnelle und stabile Updates liefern

Warum entsteht der DevOps-Trend gerade jetzt? Kurz gesagt: weil die digitale Transformation schnellere Reaktionen erfordert. Früher blieben umfangreiche IT-Lösungen über Jahre unangetastet, doch spätestens seit der Etablierung des Cloud-Computings sind permanente Updates die Regel. Ein Trend, der auch bei On-Premise-Software Einzug hält, also bei Anwendungen, die klassisch „offline“ vor Ort betrieben werden. Ob neue Features oder Bugfixing: Wer nicht schnell liefert, wird abgehängt. Trotzdem muss der Betrieb der Software natürlich weiterhin stabil laufen. Das funktioniert, wenn Dev und Ops Hand in Hand zusammenarbeiten und gemeinsam die Verantwortung übernehmen. Beim Bugfixing bedeutet das unter anderem, dass gegenseitige Schuldzuweisungen, welche Abteilung den Fehler verursacht hat, der Vergangenheit angehören. Bei akuten Ausfällen können die Probleme schneller behoben werden, weil das DevOps-Team sie gemeinsam angeht. Das kostet nicht nur weniger Zeit, sondern auch weniger Geld.

Damit ein solches Paradigma auch angenommen wird, ist ein intensives Change Management ratsam. Denn letztlich sind es die Programmierer, Tester und Administratoren, die ihre Projekte zum Erfolg führen sollen – und dabei aber auch Gewohnheiten hinter sich lassen müssen.

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