Fünf IT-Trends, die 2016 bedeutend werden

Bildquelle: Fotolia

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Die Digitalisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft ist in vollem Gange. Welche Meilensteine stehen uns 2016 bevor? Wir werfen einen kurzen Blick auf die kommenden IT-Trends des Jahres. Eine entscheidende Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz.

1. Autonome Agenten
Assistenzsysteme wie Siri von Apple oder Cortana von Microsoft gibt es zwar schon seit einigen Jahren. Experten des US-Marktforschungsunternehmens Gartner gehen aber für die nächsten Monate von einem wahren Innovationsschub bei den sogenannten autonomen Agenten aus. Dazu zählen im weitesten Sinne auch selbstfahrende Autos, wie die per „KI-Update“ nachgerüsteten Tesla-Fahrzeuge. Selbstlernende Software dürfte künftig nicht nur Routineaufgaben beschleunigen, sondern auch die Basis für neue Arbeitsprozesse werden.

2. Deep Neural Nets
Die autonomen Agenten sind nur eine weit verbreitete Ausprägung eines noch größeren Trends: Machine Learning. Vielfach entstehen inzwischen Systeme auf Basis künstlicher Neuronen, die nach ähnlichen Regeln lernen wie das menschliche Gehirn, anstatt starr vorgegebene Algorithmen abzuarbeiten. Sie sind somit in der Lage, sich selbständig weiterzuentwickeln und immer präzisere Ergebnisse zu liefern. Heute werden Deep Neural Nets beispielsweise zum Aufspüren von Mustern eingesetzt, etwa bei der automatisierten Gesichtserkennung auf Überwachungskamera-Material. Die Polizei im indischen Surat schafft das bereits in Echtzeit. Unter dem Namen Watson arbeitet IBM seit Jahren an einer Technologie, die Cognitive Computing mit Spracherkennung und -verarbeitung kombiniert. Auf Basis von Wahrscheinlichkeiten und sich selbst optimierender Algorithmen zieht Watson aus vorgegebenen Fragestellungen eigenständig Schlüsse. Im Nachhinein prüft es, ob seine Schlüsse korrekt waren – und passt seine Programmroutinen an.

3. Plattformen für das Internet der Dinge
Bis 2020 werden 50 Milliarden Geräte über das Web vernetzt sein – doppelt so viele wie heute. Sie erzeugen wertvolle Daten für Unternehmen ebenso wie für die öffentliche Hand. Doch die schiere Datenmenge und unterschiedlichste Formate schaffen bislang ungekannte Hürden. Smart Meter erfassen Informationen zum Stromverbrauch im Haushalt, RFID-Tags übermitteln den Status von Warenflüssen in der Logistik, vernetzte Städte steuern ihre Infrastruktur selbst. All diese Daten müssen allerdings zentral zusammengeführt und verarbeitet werden. Die nötigen Plattformen für das Internet der Dinge werden daher in den nächsten Monaten mit Hochdruck weiterentwickelt. Was noch fehlt, sind übergreifende Standards.

4. Lernfähige Sicherheitsarchitekturen
Und noch einmal selbstlernende Software: Mit neuen Technologien wie vernetzten Autos oder Wearables entstehen auch zahllose neue Sicherheitslücken. Heutige Intrusion-Prevention-Systeme sind darauf noch nicht ausgelegt. Intelligente Architekturen sollen künftig eigenständig bislang unbekannte Schadmuster in Echtzeit erkennen. So ließe sich beispielsweise eine gerade startende Cyberattacke automatisch aufspüren, bevor sie sich unkontrolliert ausweiten kann.

5. DevOps
Die Digitalisierung treibt die Innovationsgeschwindigkeit stark an. Systemlandschaften müssen zunehmend auf agile Updates und die schnelle Implementierung von Erweiterungen ausgelegt sein. Daher setzt sich der strategische Ansatz DevOps immer mehr durch: Er soll die Bruchstellen zwischen Anwendungsentwicklung (Development) und IT-Betrieb (Operations) beseitigen. Grundlage dafür ist ein gemeinsamer Methodenkatalog für beide Bereiche: Agile Entwicklungsmethoden werden so beispielsweise nicht mehr ausschließlich in der Programmierung einsetzt, sondern mit entsprechenden Prozessen und Tools auf den Softwarebetrieb übertragen. So lassen sich etwa Release-Zyklen verkürzen und die Zuverlässigkeit von Anwendungstests erhöhen. Marktexperten sagen dem Trend DevOps für 2016 einen rasanten Anstieg voraus.

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