Weißbuch-Workshop: Cybersicherheit braucht eigenen Organisationsbereich

Bildquelle: BMVg

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In ihrer Grundsatzrede auf der Weißbuch-Konferenz „Perspektiven der Cybersicherheit“ in Berlin am 17. September stellte Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen ihre Pläne für einen neuen militärischen Organisationsbereich vor. Aufgabe soll es sein, die in der Bundeswehr vorhandenen Ressourcen zur Cyberabwehr auszubauen und zu zentralisieren.

Die Stabilität ganzer Gesellschaften und ihrer Streitkräfte lasse sich heute über netzbasierte Attacken effektiv und kostengünstig schädigen. „Als hoch entwickeltes und technisiertes Land ist Deutschland für Angreifer aus dem Cyberspace ein lohnendes Ziel“, sagte von der Leyen in Berlin. Sicherheit im Netz zu gewährleisten sei daher entscheidend, und zudem eine gesamtstaatliche Aufgabe.

Dem digitalen Raum komme neben klassischen Dimensionen wie Land, Luft und See eine wachsende Bedeutung zu. „Deswegen ist der Kampf gegen Cyber-Gefahren auch ein Top-Thema des laufenden Weißbuch-Prozesses“, so von der Leyen. Um mit ihnen mitzuhalten muss sich die Bundeswehr neu aufstellen.

Neues Kommando soll Kräfte bündeln

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) wolle den Plänen nach einen neuen Organisationsbereich unter dem Kommando „Cyber- und Informationsraum“ aufbauen, das alle mit der IT-Sicherheit beauftragten Dienststellen und die IT-Systeme der Bundeswehr zusammenfasst. Schon heute sei eine große Bandbreite an Expertise vorhanden, allerdings über die gesamte Truppe verteilt.

Der neue Bereich soll diese Kräfte bündeln. Seine Aufgabe sei vor allem die Abwehr von Angriffen. Zudem soll die Einheit als Schnittstelle für andere Behörden und ähnliche Kommandos der deutschen Bündnispartner dienen. Schließlich spielten Ländergrenzen im digitalen Raum keine Rolle mehr. Darüber hinaus möchte die Ministerin die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Wissenschaft intensivieren. Die Bundeswehr könnte so auf externe IT- und Sicherheitsexpertise zurückgreifen und Innovationen früher nutzen.

Experten mahnen zum schnellen Handeln

Wie verwundbar ist Deutschland im digitalen Raum? An welchen Lösungen arbeiten Industrie und Forschung? Fragen wie diese diskutierten internationale Experten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft sowie der Streitkräfte und Zivilgesellschaft Mitte September in Berlin. Geladen hatten neben dem Verteidigungsministerium (BMVg), das Bundesministerium des Innern, die Universität der Bundeswehr in München und Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom).

Mit dem Weißbuch 2016 formuliert die Bundesregierung unter Federführung des BMVg die sicherheitspolitischen Leitlinien für die kommenden Jahre und die Zukunft der deutschen Streitkräfte.

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