Wie teuer war HERKULES tatsächlich?

Bildquelle: BWI

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Mit HERKULES startete die Bundeswehr eine der größten öffentlich-privaten Partnerschaften Europas: Gemeinsam mit IBM und Siemens modernisierte sie ihre gesamte nichtmilitärische IT. Anfangs wurden kritische Stimmen laut, das Großprojekt sprenge den Kostenrahmen, die mit der Zeit verstummten. Zu Recht? Wie setzt sich das HERKULES-Budget zusammen?

Das Volumen des HERKULES-Vertrags beläuft sich auf 7,1 Mrd. Euro, inklusive Umsatzsteuer. Doch bevor der Vertrag Ende 2006 unterschieben wurde, war lange Zeit von 6,95 Mrd. Euro die Rede. Was war geschehen? Zwischen 2006 und 2007 kam es zu einer dreiprozentigen Erhöhung der Umsatzsteuer von 16 auf 19 Prozent. Das bedeutete auch, dass das HERKULES-Gesamtbudget angepasst werden musste. Das machte 150 Millionen Euro mehr aus, so dass Ende 2006 das letztendlich zwischen der Bundeswehr, Siemens und IBM vertraglich fixierte Volumen 7,1 Mrd. Euro, inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer betrug.

In diesem komplexen und umfangreichen Vertrag mussten viele Annahmen getroffen werden. Einige erwiesen sich im Nachhinein als zu optimistisch. So etwa der Zustand der Lokalen Netzwerke (LAN) in den Liegenschaften der Bundeswehr. Im Vertrag war ein Initialbudget von 205 Mio. Euro für den Ausbau eingeplant. Nach Erhebung des Ist-Zustandes durch die BWI wurde jedoch schnell deutlich, dass mit diesem Budget die Netze nicht in allen Liegenschaften ausgebaut werden können. Die BWI hat deshalb ein neues Konzept zum LAN-Ausbau vorgeschlagen. Dank diesem wurde nur ein zusätzliches Budget von rund 150 Mio. Euro für den Ausbau notwendig. Am Ende haben die Netze in den Liegenschaften insgesamt rund 350 Mio. Euro gekostet, mit dem überwiegend mittelständische Unternehmen im Auftrag der BWI, den LAN-Ausbau vorgenommen hatten.

Was es heißt, professionell und kostenbewusst mit neuen Anforderungen im Projektverlauf umzugehen, macht der im Jahr 2010 von der Bundeswehr gemeldete Mehrbedarf an PCs, Smartphones, Software etc. deutlich. Dieser wurde mit rund 635 Mio. Euro veranschlagt, konnte aber durch Priorisierung und Reorganisation von Maßnahmen sowie Kompensation nicht benötigter Leistungen ohne eine Aufstockung des Gesamtbudgets im Rahmen von HERKULES realisiert werden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es die Verantwortlichen von Bundeswehr und BWI es geschafft haben, die im HERKULES-Vertrag vereinbarten Leistungen im Kostenrahmen zu realisieren und die von der Bundeswehr mit dem Projekt verfolgten Ziele, Modernisierung, Standardisierung und Zentralisierung der IT und Kommunikationsinfrastruktur der Bundeswehr umzusetzen.

Die Zahlen im Überblick:

2850_BWI_HERKULES_Infografik_VFINAL

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