Wolfram Kohne: Ein Nordlicht im Rheinland

Bildquelle: Wolfram Kohne

Bildquelle: Wolfram Kohne

Seine Laufbahn begann Wolfram Kohne bei der Marine. Heute arbeitet der 58-jährige Senior System Administrator als Teamleiter im BKZ Rheinbach. Mit seinen Kollegen überwacht er sämtliche Kommunikationsnetze der Bundeswehr, die in den Verantwortungsbereich der BWI fallen. Für den HERKULES-Blog hat er seine Karriere nachgezeichnet.

„Vereinfacht gesagt sind wir die Telekom der Bundeswehr“, erklärt Wolfram Kohne. Der Senior System Administrator sitzt in seinem Büro im BKZ Rheinbach und blickt durch eine Glasscheibe auf das Netzkontrollzentrum (NKZ). Von hier aus kontrollieren er und seine Kollegen das deutschlandweite Bundeswehr-Kommunikationsnetz. An 40 Monitoren werden sämtliche Weitverkehrsleitungen abgebildet und Störungen bearbeitet – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Ist eine Leitung defekt, etwa weil ein Bagger „zugeschlagen“ hat, läuft die Meldung bei Kohnes Team ein. Das beauftragt die Instandsetzung. Kohne kennt die Abläufe von der Pike auf. 34 Jahre war er bei der Marine und in der Fernmelde-, sowie in der Informations- und Übertragungstechnik eingesetzt.

Eine Laufbahn, wie sie im Buche steht

Mitte der Siebzigerjahre begann seine Karriere, die ihn durch ganz Schleswig-Holstein führen sollte, von Eckernförde bis Flensburg. Nach der Wende schließlich die Versetzung in die Tomburg-Kaserne nach Rheinbach zum Streitkräfteunterstützungskommando G6, kurz SKUKdo. Schon damals war der IT-Spezialist in der Systemüberwachungszentrale der Bundeswehr tätig, dem Vorgänger des NKZ. Zu dieser Zeit arbeitete man noch auf Papier, mit Karten und Netzplänen an der Wand. „Ich habe alle Phasen der Informationsverarbeitung durchlaufen“, lacht er. „Mehr geht nicht.“

Heute laufen sämtliche Informationen digital zusammen. Kohne deutet auf eine riesige Videowand am Kopfende des Raumes. Sie zeigt alle aktuellen Störungen im gesamten Bundeswehrnetz an. Es sieht ein bisschen aus wie in einem Kontrollraum der NASA, lange Datenreihen und Netzpläne flimmern auf dem Bildschirm. „Wir überwachen die Physik des Kommunikationsnetzes. Und darüber laufen dann Telefonie, WAN und LAN“, erklärt Kohne. Zusammen mit drei anderen Kollegen leitet Kohne das 27-köpfige Team im NKZ. Ein Mix aus BWI-Kräften, Soldaten und gestelltem Bundeswehr-Personal. Aus seiner Zeit beim SKUKdo weiß Kohne: Der 24-Stunden-Schichtdienst kann anstrengend sein. „Es ist nicht einfach, nachts um drei Uhr konzentriert zu arbeiten.“ Im Tagesgeschäft kümmert sich Kohne um die Eskalations-E-Mails. Bei Arbeitsbeginn um 7.45 Uhr heißt es deshalb erst einmal sämtliche Nachrichten abrufen, laufende Entstörungen koordinieren und dafür sorgen, dass diese innerhalb der vorgegebenen Service-Level-Agreements (SLAs) abgearbeitet werden. Da drängt die Zeit schon mal. Doch Wolfram Kohne ist entspannt: „Wir gehen strukturiert vor und müssen die Ruhe bewahren.“

„Im Angeln liegt die Kraft.“

Seine Ausgeglichenheit holt er sich in der Freizeit, beim Fischen an Rhein, Mosel und Lahn. „Im Angeln liegt die Kraft“, scherzt Kohne, „da komme ich zur Ruhe. Wenn dann noch ein Fisch anbeißt – umso besser.“ Stammt die Affinität zum Wasser aus Marine-Zeiten? „Ich war schon immer ein Wassersportler. Beim Marinefliegergeschwader 1 in Jagel war ich aktiver Schwimmer.“

2007 übernahm die BWI die Bundeswehr-IT. Er wechselte als gestellter Mitarbeiter zwar nicht die Kaserne, aber das Gebäude. Mittlerweile gehört er als Soldat im Ruhestand komplett zum Personal der BWI Informationstechnik GmbH. 17 Jahre Hildesheim, 17 Jahre Schleswig-Holstein und 20 Jahre Rheinland liegen heute hinter ihm. Rheinbach ist für ihn und seine Familie mittlerweile zur Heimat geworden.

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